Was ist Hypnose

Was funktioniert eigentlich Hypnose?

Von Werner J. Meinhold 01.04.1944 – 17.10.2019

Inhaltsverzeichnis der nachfolgenden Ausführungen:

Was ist eigentlich die Hypnose?

Was wir als Hypnose (griech.: Schlaf) bezeichnen, sind meinen Forschungen zufolge die Bewusstseinsebenen der entwicklungsgeschichtlich alten Gehirnbereiche.

Sie sind dem Wachsein verwandter als dem Schlaf. Hypnose ist der wirkungsvollste und zugleich am meisten unterschätzte bzw. falsch eingeschätzte Bewusstseinszustand.

Jedes menschliche Gehirn befindet sich zu jeder Zeit anteilmäßig in Hypnose, ohne dass man es bemerkt. Dies bedeutet, dass sowohl der gehirninterne Informationsfluss als auch die externe Kommunikation, bis hin zum Bewusstsein, zum Fühlen, Denken, Wollen und Handeln des Menschen, ständig weitreichenden hypnotischen Einflüssen unterliegen, die nicht erkannt werden.

Solche unbewussten hypnotisch-suggestiven Einflüsse wirken sich oft negativ auf den Menschen aus. Erst durch den Erwerb des bewussten Zugangs zu den hypnotischen Bewusstseinsebenen können deren enorme Potentiale erkannt, kontrolliert und positiv eingesetzt werden.

Die frühe Kindheit, und damit der wesentlichste Teil der Erziehung, findet in Hypnose statt. Fehlprägungen aus dieser Zeit können nur in Hypnose wieder aufgelöst werden. Die meisten Erkrankungen, ob seelisch oder körperlich, haben ihre Wurzeln in frühkindlichen hypnotischen Einflüssen. Viele Begabungen schlummern zeitlebens in Hypnose, ohne erkannt und erweckt zu werden. Alle großen Institutionen, Staat, Kirchen, Wirtschaft usw., benutzen diese Einflüsse, und zwar oft missbräuchlich. Hypnose ist der erste Bewusstseinszustand. Er ist ständig aktiv und alltäglich wirksam. Vielerlei Einflüsse können unbemerkt zur Hypnose führen (siehe: Das große Handbuch der Hypnose). Wer diesen Zustand nicht kennt, unterliegt ihm unbewusst, gegen sein eigentliches Wesen und seinem eigentlichen Willen.

Wer ihn beherrscht, kann hingegen seine hohen unbewussten Potentiale entwickeln und auf vielfältigste Weise mit Gewinn einsetzen:

Zur Selbsterkenntnis und -entwicklung, zur Welterkenntnis, zum Erkennen anderer Menschen und zur Sinnfindung in der Kommunikation und in der Beziehung beim Lernen und im Berufsleben in Sport und Kreativität in der Therapie, selbst bei schweren Erkrankungen in der Parapsychologie und in anderen Bereichen.

 

Hypnose – der erste Bewusstseinzustand

Das menschliche Gehirn hat sich in einer Evolutionsgeschichte von Milliarden Jahren zu dem komplexen System entwickelt, das es heute ist. Während z. B. der Hirnstamm, in dem unter anderem das Schlafbewusstsein angelegt ist, über 500 Millionen Jahre alt ist, hat unser sogenanntes rationales Selbstbewusstsein und Wachbewusstsein erst vor etwa 30 Tausend Jahren seinen Anfang genommen, indem sich die Dominanz der linken Großhirnhälfte ausbildete. Dazwischen liegen noch viele Baustufen des Gehirns, wie z. B. das limbische System, die sich alle weitgehend dem üblichen Tagesbewusstsein entziehen.

Allen diesen entwicklungsgeschichtlich alten Gehirnschichten, die auch heute noch in ihren spezifischen Aufgaben, wie Organsteuerung usw., aktiv sind, liegt ein hypnotisches Bewusstsein zugrunde.

Die Hypnose ist demnach, wie meine Forschungen zeigen (siehe: Das große Handbuch der Hypnose), der älteste und erste Bewusstseinszustand. Es gab sie sogar schon vor dem Schlaf! Da das einzelne Lebewesen in seiner Embryonalzeit und frühen Kindheit die Entwicklung seiner Art wiederholt, ist die Hypnose auch in dieser Hinsicht der erste Bewusstseinszustand: Das Kind ist bis zum Beginn des 3. Lebensjahres in einer natürlichen Dauerhypnose. Erst mit der fortgeschrittenen Sprachentwicklung entsteht die Linkshirndominanz. Erziehung findet daher in Hypnose statt und tiefe frühkindliche Prägungen können nur in Hypnose wieder verändert werden.

Hypnose ist aber auch insofern der erste Bewusstseinzustand, als sie der wirkungsstärkste ist. Denn immer, wenn sich das rationale Bewusstsein gegen einen Inhalt der tieferen hypnotischen Hirnschichten wendet, gewinnen diese. Das betrifft z. B. alle Ängste, die man nicht will, die sich vom Willen aber keineswegs verscheuchen lassen, es betrifft die Süchte, das Schlafverhalten und vieles mehr (siehe: Das große Handbuch der Hypnose).

Insbesondere auch die für die ganzheitliche Weltwahrnehmung zuständige rechte Großhirnhälfte, die die meisten Gefühle steuert, unterliegt weitgehend dem hypnotischen Bewusstsein. Dort sind unter anderem die unbewussten Einstellungen und Prägungen eines Menschen gespeichert; diese sind oft die unerkannte Quelle der meisten seiner Entscheidungen und Verhaltensweisen, deren Rationalität dann nur scheinbar ist. Hier kann also ebenfalls ein Streit zwischen dem Willen und dem Unbewussten entstehen, bei dem das Unbewusste gewinnt. Solche Konflikte kann die tiefenpsychologische Arbeit in Hypnose aufdecken.

Das sogenannte rationale Wachbewusstsein ist daher nur die Spitze auf dem Eisberg des hypnotischen Bewusstseins, und man kann sagen, dass das Leben der meisten Menschen weitgehend in einer Art unerkannter Dauerhypnose stattfindet, in der sie die eigentlichen Motive ihres Handelns nicht erkennen, ihren Lebensweg nur vermeintlich selbstbestimmt steuern, und viele Konflikte austragen, die von fremden Einflüssen herrühren.

Nur das Erkennen all dieser Zusammenhänge kann vor destruktiven Prägungen und Verhaltensweisen schützen bzw. diese verändern und die großen Potentiale des ersten Bewusstseinzustandes erschließen, um eine freie Lebensführung zu fördern.

 

Hypnose zur Selbsterkenntnis -und entwicklung, sowie zur Welterkenntnis.

Sigmund Freud hat das menschliche Bewusstsein mit einem Eisberg verglichen, von dem wir nur die etwa 10% umfassende Spitze, die aus dem Wasser herausragt, als unser bewusstes Ich kennen. Die darunter schwimmenden 90%, auf denen die sichtbare Spitze basiert, sind unsichtbar, und entsprechen in diesem Vergleich dem Unbewussten der Seele (in Freuds Sprache: dem Es. Die Wasseroberfläche, als Schwelle zwischen Bewusstem und Unbewusstem, verhindert den Blick nach unten, sie bildet eine Art Zensur (ausführliche Beschreibung und Grafik im Großen Handbuch der Hypnose, S. 332ff).

Das Unbewusste, der weitaus überwiegende Anteil der menschlichen Seele, ist uns nur in Hypnose zugänglich. Die Hypnose kann also zum Tauchen in das Unbewusste genutzt werden.

Wie im Eisberg-Vergleich ist es auch bei der Seele (Psyche) so, dass die sichtbare (uns selbst erkennbare) Spitze auf der Basis des unsichtbaren Teils aufgebaut ist. Was wir bewusst für unser Ich oder Selbst halten, geht demnach aus vielerlei Einflüssen aus unserer Kultur und persönlichen Erziehung hervor, die weitgehend auch den Eltern und anderen Erziehungspersonen, wie Lehrern usw., unbewusst sind bzw. waren, und unerkannt und unhinterfragt „mit der Muttermilch“ aufgesogen wurden.

Dazu kommt, dass unsere Kultur lediglich eine Bedingungsakzeptanz vermittelt. Ein Kind muss das von ihm erwartete Wohlverhalten und die von ihm erwarteten Leistungen (z. B. in der Schule) vorweisen, um geliebt zu werden. Die Drohung. Wenn Du das noch einmal machst, habe ich Dich nicht mehr lieb! Haben wohl die meisten Menschen nicht nur in ihrer Kindheit öfters gehört. Sie zwingt insbesondere das kleine Kind, das noch keine seelischen Schutzmöglichkeiten hat, wichtige Anteile seines Wesens in das Unbewusste abzuspalten, was später zur Ursache schwerster seelischer und körperlicher Erkrankungen werden kann.

Abgesehen von den unbewussten Anteilen der Seele in der Tiefe des Eisberges gibt es aber auch noch unbewusste Anteile in der Höhe über dem Eisberg. Freud bezeichnet diese als das Über-Ich, das sozusagen als antrainierte Moralinstanz und Zielvorstellung über unseren Häuptern schwebt. Das Über-Ich beeinflusst viele unserer Gefühle, Entscheidungen und Handlungen in Richtung einer Erziehungsdressur, die keineswegs immer sehr sinnvoll und schon gar nicht dem eigentlichen Wesen des Menschen entsprechend ist. Nach diesem individuellen Wesen wird in der Erziehung meist gar nicht gefragt.

Wenig fragt unsere vorwiegend auf materielle und ideelle Haben- Werte ausgerichtete Kultur auch nach dem Sinn des Daseins und nach eigenen spirituellen Wesensanteilen und Bedürfnissen des Menschen. Die großen Kirchen stehen in Gefahr, vorwiegend Glaubensrezepte mit Allgemeingültigkeitsanspruch zu vertreiben und diese Anmaßungen bei Bedarf und Gelegenheit, entgegen allen Gewaltlosigkeitsgeboten der Religionsstifter, kriegerisch durchzusetzen. Eigenständig nach ihrer eigenen Spiritualität Suchende werden von den sich dafür zuständig haltenden Institutionen kaum unterstützt, sondern eher entmutigt oder sogar bestraft.

So ist der normale Alltagsmensch einerseits ein Restzustand aus vielfältigen begrenzenden und einengenden Einflüssen, und andererseits ein Produkt aus vielfachen, oft wesensfremden Anforderungen.

Die Chance, sich in seinem eigentlichen Wesen selbst zu erkennen, die Suche nach seinem eigenen Lebenssinn in dieser seiner Welt zu beginnen, und sich in wirklich tiefen und wahrhaften Beziehungen mit anderen Menschen individuell zu entwickeln, ist in unserer Kultur sehr schwer zu erkennen und noch schwerer zu realisieren.

Hier können entsprechende meditative und therapeutische Verfahren mit Hilfe der Hypnose den Weg öffnen:

Zur Erkenntnis und Verwirklichung des eigenen Wesens, zum Erkennen und Fördern eigener Begabungen und kreativen Anteile, zur besseren Erkenntnis anderer Menschen, zu ihrer entsprechenden Förderung (z. B. auch der eigenen Kinder) und zu tieferen, wahrhaftigeren Beziehungen mit ihnen, zur besseren Erkenntnis seiner Welt, seines Platzes in der Welt und seines Lebenssinns.

Die Hypnose ist die maßgeblichste und unverzichtbare Grundlage für diesen Weg. Sie ist die Bewusstseinsgrundlage für jede Art von Meditation und sie erschließt den Zugang zu den unter- und überbewussten Inhalten und Wesensanteilen der eigenen Seele und zu den spirituellen Wesensanteilen, die sonst zeitlebens verdrängt und verborgen bleiben können.

Wer sein Unbewusstes und seine Spiritualität nicht ergründet, läuft Gefahr, dass die in das Unbewusste verdrängten Inhalte zu Erkrankungen führen, vor allem aber, dass der eigentliche Sinn des eigenen Daseins verpasst wird.

Je nach Ausgangssituation und Zielsetzung sollte entschieden werden, ob man sich einen Lehrer oder Therapeuten wählt, oder den Weg allein für sich gehen will und kann. Bei schwereren Störungen oder Erkrankungen ist immer therapeutische Hilfe angebracht (eine Liste guter Hypnosetherapeuten erhalten Sie über die GTH). Doch kann auch die Zielsetzung, diesen Weg so bewusst und erfolgreich wie möglich zu gestalten, eine Hilfe von außen zumindest am Beginn sehr sinnvoll machen, da es recht schwer ist, mit den eigenen „blinden Flecken“ hinter eben diese blinden Flecken zu sehen.

 

Hypnose im alltäglichen Leben und in der institutionellen Massensuggestion (Wirtschaft, Politik, Kirchen, Wissenschaft) und die heutige Bewusstseinsaufgabe des Menschen.

Jedoch der schrecklichste der Schrecken, das ist der Mensch in seinem Wahn.

Friedrich Schiller

Die Hypnose ist – entgegen allem Anschein – kein Sonderzustand des Bewusstseins.

Die Hypnose ist ein alltäglicher Bewusstseinszustand und geht jeden an!

Obwohl in den letzten Jahren in einigen Medien eine differenzierte Berichterstattung über die Hypnose eingesetzt hat, überwiegt in der Öffentlichkeit immer noch ein Jahrmarkts-Image, das Hypnose mit einem seltsamen Sonderzustand der Fremdbeeinflussung, der Willenlosigkeit und mit absurden Handlungen gleichsetzt, wie z. B. dem genussvollen Verspeisen einer Zwiebel, in der Meinung, sie sei ein Apfel.

Die großen Möglichkeiten der Hypnose liegen jedoch in völlig anderen, geradezu entgegengesetzten Bereichen, nämlich in der Förderung von tieferer Erkenntnis und Individualität und gesunder, freier Lebensgestaltung (siehe auch die anderen Beiträge auf dieser Seite).

Indessen darf nicht verkannt werden, dass die Hypnose tatsächlich auch eine Grundlage für weitgehende Fremdbeeinflussungen sein kann, und als solche auch intensiv genutzt wird, allerdings weniger effektiv von Jahrmarkts- oder Disco-Hypnotiseuren, als vielmehr von maßgeblichen gesellschaftlichen Instanzen. Man erweist der Sache keinen Dienst, wenn man dies bestreitet, wie dies von einigen Fachvertretern immer wieder geschieht, so kürzlich mit dem Argument, Menschen lassen sich in Hypnose nicht zu Marionetten machen. Leider lassen sie das durchaus, und zwar erschreckend leicht, wie beispielsweise jede Militärparade bestätigt. Sogar Einstein hat dies – als Nichtfachmann – völlig treffend erkannt, als er sagte, dass Menschen, die nach Militärmusik im Gleichschritt marschieren, kein Großhirn gebraucht hätten, da dafür das Rückenmark reicht. Das Rückenmark ist entwicklungsgeschichtlich der älteste Bereich des Nervensystems, und tatsächlich ist ja die Hypnose der Bewusstseinszustand dieser alten Bereiche. Sie liegt demnach auch allen Herdenverhaltensmustern zugrunde, wie dem erwähnten militärischen.

Solche archaischen Herdenverhaltensmuster lassen sich im wahrsten Wortsinn furchtbar leicht hervorrufen, wie jeder Krieg, aber auch andere epidemisch auftretende Wahnideen zeigen. Gemeinsames Kennzeichen solcher via Herden-Hypnose etablierten Suggestionen sind obrigkeits; -verordnete, irreale, unkorrigierbare, nach außen abgeschottete, aber innerhalb der Herde normentsprechende; und daher intern unauffällige Wahnvorstellungen: z. B. dass die Russen, Juden, Muslims, Kommunisten usw. Feinde seien, dass die westliche Atomtechnologie sicher sei, dass ein Kirchenchef unfehlbar sei, dass das Klima durch die Industrieemissionen und Urwaldrodungen nicht verändert würde usw.

Gemeinsam ist diesen Wahnsystemen des Weiteren, dass das Denken über wesentliche Inhalte ihren Führern vorbehalten ist, und dass diese in für den Normalbürger unerreichbaren Regionen angesiedelt werden: der Heilige Geist (bzw. sein irdischer Stellvertreter, der gottberufene Führer, Kaiser, Ayatollah, die unfehlbare Wissenschaft usw. Wir erkennen in derartigen Herden-Strukturen den aus der tiefen Hypnose vertrauten Umstand wieder, dass die Weltwahrnehmung nur durch Vermittlung des Hypnotiseurs erfolgt, genauso wie in der natürlichen Hypnose der frühen Kindheit durch die Mutter (siehe „Das große Handbuch der Hypnose„).

Die Entmündigung unserer Gesellschaft durch sogenannte Fachleute, die ohne Kontrolle durch den gesunden Menschenverstand und unter Missachtung der vitalen Grundrechte des Einzelnen ihre zerstörerischen Planspiele betreiben, entspricht ebenfalls einer solchen Verherdung. Trotz anders lautendem Grundgesetz, der oberste Souverän ist das Volk, werden Volksentscheide zu wesentlichen Fragen (z. B. Atomenergie) juristisch verhindert, und wenn das Volk Parteien wählt, die seinem Willen entsprechende Wahlversprechen abgeben, werden diese Versprechen postwendend gebrochen. Das hypnotische Herdenverhalten zeigt sich dann darin, dass nur ganz Wenige ernsthaft protestieren. Kein Generalstreik fegt die Wortbrüchigen aus ihren angemaßten Posten und niemand führt sie der Tatschwere entsprechenden Strafen zu. Vielmehr können sie sich darauf verlassen, dass der Herdenmensch schnell vergisst und sich wieder von der Alltagshypnose mit Hollywood, Fußball Co. einlullen lässt.

Die Herden-Hypnose beinhaltet überdies eine weitgehende Regression auf die etwa 500 Millionen Jahre alte Entwicklungsstufe des Reptilhirns (Hirnstamm) bzw. des Säugetierhirns (limbisches System).

Die Reptilhirnfunktion unterliegt nicht den differenzierenden Einflüssen des Großhirns.

Das Reptilhirn, einmal dominant, unterdrückt die Großhirnimpulse, d. h. dass sich ein Reptilhirnbedürfnis gegen anderslautende Tendenzen des Großhirnbewusstseins durchsetzt (z. B. gewinnt bei Eßsüchtigen am kalten Buffet der Reptilhirnhungertrieb gegen den Willen abzunehmen).

Es funktioniert in Borderline- Kategorien (Schwarz-Weiß-Kategorien), wie: Hunger oder Sättigung, Schlaf oder Vigilanz, Artgenosse oder Opfer Feind.

Es kennt weder Sinn noch Ethik, wie Auschwitz, Dresden, Hiroshima, der Kosovo und Nordirland sowie die weltweit jährlich auf etwa 3 Millionen geschätzten Krebstoten, die ihre Krankheit dem Fallout und der Strahlung aus den Tests atomarer Massenmordinstrumente und dem Betrieb von Atomkraftwerken verdanken, beweisen.

Vergleichsweise harmlos sind viele andere Herdenverhaltensweisen, z. B. im Zusammenhang mit Fußballklubs, Jugendszenen, In- Labels bei Kleidung usw., Life- stile- Vorgaben, Trend-Musik, Zigarettenkonsum und anderen Gruppenfixierungen. Und noch viel harmloser ist die Zwiebel-Apfel-Verwechslung in der Schauhypnose.

Die Herden-Hypnose hat eine Variante in der Idol-Hypnose. Ob Boris Becker, Lady Di, der Schauspieler X, die Künstlerin Y oder der Chefarzt aus der Schwarzwaldklinik: Alle Idole dienen der mehr oder weniger bewussten Identifikation (Selbstgleichsetzung). Die Identifikation mit den Idolen entspricht der Leitbullen-Identifikation bei der Herden-Hypnose und dient dazu, sich als akzeptiertes Teil einer Gewinner Gruppe oder als der Gewinner (Leitbulle) selbst zu fühlen (oder auch als Herausforderer, Rächer der Unterlegenen usw.). Sicherheit und Akzeptanz, die in unserer Kultur kaum vermittelt werden, sollen auf diesem Weg nachgeholt werden, was allerdings nicht gelingen kann.

Der wirkungsvollste Weg, Menschen in diese krankhafte Bedürfnishaltung zu bringen, ist, ihnen tiefe Ängste einzupflanzen. Dadurch werden sie leicht steuerbar (suggestibel) und beherrschbar. Dies geschieht bereits in der Kindheitshypnose durch die kulturspezifische Bedingungsakzeptanz und die Abwertung der Körperlichkeit und der Sexualität Sünde. Das Kind erlebt die Sexualität der Eltern als okkultes Tabu oder gar nicht, während es z. B. gewaltfördernde Kriegs- Spielzeuge (und entsprechende Fernsehsendungen) ungehemmt vorgesetzt bekommt, sogar als Geschenk zum Fest des Friedens (siehe das Kapitel: Sexualität – Macht – Gewalt, in meinem Buch: Krebs, eine mystifizierte Krankheit).

Die hieraus resultierenden früh anerzogenen Ängste werden im Laufe des Lebens zwar rational meist beiseite gelegt, wirken aber aus dem Unbewussten weiter. Ebenso wirkt die militaristische Früherziehung unbewusst weiter, und anstelle der nicht erlernten liebevollen Zuwendung tritt oft die gut antrainierte Aggression oder Autoaggression, also eine hypnotisch geprägte Empfindungs- und Verhaltensweise. Auf diese Weise kann die gesamte Lebensgestaltung behindert werden, und auf diesem Boden können schwerste Erkrankungen entstehen.

Die Transporteure suggestiver Botschaften an die Allgemeinheit treten heute nicht mehr so offen suggestiv auf wie Goebbels Co. Sehr viel anschaulicher, unauffälliger, suggestiv eingängiger und wirksamer werden die erwünschten Inhalte in Serienfilmen a la Hollywood verpackt oder über gleichgeschaltete, nichtssagende Nachrichten- Sendungen usw. vermittelt. Anstatt über politische Hintergründe und wahnhafte Pläne, bei denen es um Massenmordübungen für Abermillionen von Menschen geht (die dies auch noch mit ihren eigenen Steuergeldern finanzieren), erfährt die Öffentlichkeit in den Nachrichten von Katastrophen, Rentenplänen usw., und vergleichsweise banalen Absurditäten, z. B. wer bei welchem Fußballspiel in welcher Minute einen Ball an die Latte oder in das Tor geschossen hat (panem et circenses).

Das Fernsehgerät ist dabei zu einem der Hauptsuggestoren geworden. Das bewegte Bild fesselt auf Grund eines archaischen Reflexes die Aufmerksamkeit in besonderem Maße und führt zudem durch seine Wirkung als monotoner Dauerreiz zu einer relativ tiefen Hypnose, in der jede Information direkt in das ungeschützte Unbewusste einsickert. Da die meisten Medien in den Händen machtkonformer Finanzmagnaten konzentriert sind, besteht hier ein gut funktionierendes hypnotisch-suggestives Selbsterhaltungssystem.

Verschiedenste, ineinander verflochtene Mechanismen sorgen also dafür, dass der normale Alltagsmensch zeitlebens – beginnend mit der systemkonformen Erziehung und Ausbildung, und weiterhin bis zum Sterben, in allen wesentlichen Entscheidungen an den unterschwelligen Wertvorgaben seiner Kultur orientiert – in eine fremdbestimmte Dauerhypnose eingebunden bleibt, die er nicht erkennen kann.

Paradoxerweise hält er diese Dauerhypnose für sein selbstbestimmtes Leben. Er kann ja wählen, in welchem exotischen Land inklusive Hotel mit westlichem Standard, er sich von Animateuren aus dem Sessel bewegen lässt, um sich dann wieder den reichhaltigen Buffets zu widmen; er kann wählen, mit welchem Bekleidungs- und Parfum-Label er seine Kaufkraft und seine Zugehörigkeit zur In-Szene beweist und mit welchem Hund er seine Macht demonstriert und seine Akzeptanzbedürfnisse befriedigt; er kann wählen zwischen 50 und mehr Fernsehprogrammen, in denen er seine unterdrückten Sehnsüchte und Aggressionen zumindest ersatzweise via Identifikation ausleben lässt. Er kann auch wählen zwischen mehreren politischen Parteien, die sich, einmal im Amt, den jeweils selben ökonomisch diktierten, und oft lebensfeindlichen Vorgaben beugen.

Hingegen würde ein wirklich selbstbestimmtes menschliches Dasein dadurch ausgezeichnet, dass es einen individuellen Lebensweg geht, auf dem der Mensch sein eigenes Wesen erkennt und zur Entfaltung bringt, selbstverständlich nicht gegen sondern mit seiner Welt und mit den nahestehenden Menschen. Dies ist jedoch schon ohne die massiven Wirkungen der beschriebenen Fremdbestimmungsmechanismen schwer zu erreichen, und mit diesen Einflüssen fast unmöglich. Oft führt erst ein Bruch in der glatten Vorgabe der privaten, gesundheitlichen oder beruflichen und sozialen Karriere zum Erwachen.

Schutz vor der alltäglichen Massensuggestion und die Möglichkeit zum Verlassen der Dauerhypnose bietet nur das Erkennen aller Schlüsselreize und Mechanismen, die in diese Automatismen hineinführen. Dazu ist es unerlässlich, mehr über die eigenen unbewussten Seelenanteile zu erfahren, und die Funktion der tieferen Gehirnschichten, das heißt, die Gesetze der Hypnose und der Tiefenpsychologie, zu verstehen. Erst dann öffnet sich der Weg zu einer Lebensführung, in der sich Menschen ohne fremdsuggerierte Rollen, die sie mit sich selbst verwechseln, wirklich tief begegnen und frei entwickeln können.

Eine zusätzliche Schwierigkeit liegt darin, dass sich der Mensch heute in seiner Entwicklung zur seelisch-geistigen Freiheit an einem besonderen Wendepunkt befindet, an dem er zwei schlecht miteinander harmonierende Bedingungen zu vereinbaren hat:

Er trägt einerseits als Erblast seiner körperlichen Evolution noch die hypnotischen Bewusstseinsebenen der alten, auch der tierischen, Gehirnschichten in sich, und ist damit allen diesbezüglichen Einflüssen und Schlüsselreizen gegenüber relativ offen, hat aber ihre bewusste, konstruktive Nutzung weitgehend verlernt.

Andererseits ist ihm im Laufe der Entwicklung seines rationalen Gehirns (mit der Spezialisierung der linken Großhirnhemisphäre), während der diese alten Ebenen aus dem Bewusstsein verdrängt wurden, zugleich auch die Instinktsicherheit des Tieres verloren gegangen, und der direkte Zugang zu den wertvollen hypnotischen Kommunikationsebenen wurde in das Unbewusste abgesenkt.

In dieser Spannung zwischen noch nicht erworbener neuer Freiheit und dem Verlust alter, wesentlicher und teilweise überlebensnotwendiger Wahrnehmungs- und Bewusstseinsebenen steht der heutige Mensch im Überlebenskampf gegen sich selbst. Er kann diese Phase nur überwinden, wenn er sein noch sehr mangelhaftes rationales Bewusstsein so stark verbessert, dass er nicht mehr sein beschränktes Laboratoriumsweltbild mit der Welt verwechseln muss, um darauf seine illusionäre, vermeintliche Sicherheit aufzubauen. Es darf dann kein Ignorieren, Verdrängen und Wegrationalisieren all dessen mehr erfolgen, was seine Modelle sprengt und seinem beschränkten Weltzugang verborgen ist, sondern er muss den Mut haben, sich mit einem neuen Selbstbewusstsein und einem neuen Weltbewusstsein einer neuen erweiterten und wirklich offenen Wissenschaft zu stellen.

Sein neues Bewusstsein muss die hypnotischen Ebenen und Kommunikationskanäle wiedererwerben, um die seelisch-geistige Dimension in ihrer ganzen Individualität zu einer ganzheitlichen Synthese mit dem Rationalen und Messbaren zu führen. Diese Integration wird dann zwangsläufig die letztlich unberechenbare Wiederverbindung von Subjekt und Objekt, von Ich, Du und Welt mit sich bringen.

Seine neue Wissenschaft muss sich demgemäß in der bewussten Offenheit und Unsicherheit bewähren und behaupten, und seine Sicherheit muss aus höheren Quellen fließen.

Die Aufgabe des heutigen Menschen besteht vor allem immer noch darin, Mensch zu werden, sich hin zu entwickeln zu einem Menschen mit wirklicher Freiheit und Ethik. Menschwerdung kann nur über die Bewusstwerdung seiner selbst erfolgen. Diese gelingt nur auf der Basis der Selbstakzeptanz, und diese wiederum braucht die Hypnose, die Tiefenpsychologie und die Geisteswissenschaft, um zu erkennen, was es zu akzeptieren gilt. Und es ist jeder selbst, der sich selbst zu akzeptieren hat, als Mensch und als Individuum. Keinerlei institutionelle Massensuggestion kann dazu irgendeinen Beitrag leisten. Wohl aber könnte es Aufgabe der entsprechenden Institutionen sein, eine freie geistige Heimat anzubieten.

 

Hypnose in der Kommunikation und der Beziehung

Die zwischenmenschliche Kommunikation verläuft, wo sie bewusst gesteuert wird, auf nur zwei Ebenen:

Der direkten und indirekten verbalen Kommunikation (direkt gesprochenes Wort, Telefon, Funk, Audiowiedergabe, Schrift, Druck usw.); Der nonverbalen Kommunikation (Tonlage, Gestik, Mimik, Haltung, Berührung usw.; ein erheblicher Teil der nonverbalen Kommunikation ist unbewusst).

Innerhalb des Organismus kommen noch zwei weitere allgemein bekannte Kommunikationsebenen dazu:

Die elektrische Kommunikation über die Nervenbahnen; Die chemische Kommunikation über die Körperflüssigkeiten (Blut, Hormone usw.).

Doch reichen die genannten Kommunikationswege nicht aus, um alle bekannten Phänomene und Wirkungen der Kommunikation zu erklären, weder im zwischenmenschlichen Bereich noch innerhalb des Organismus. So ist z. B. die Wirkung der gleichen Rede bei verschiedenen Sprechern sehr verschieden, selbst wenn diese sich um die gleiche Stimmlage, Gestik usw. bemühen; nur etwa 20% der Wirkung einer Rede beruht auf der Textinformation. Ebenso ist bekannt, dass die Synchronisation von vielen Milliarden elektrochemischer Zellabläufe, die jeder menschliche Organismus pro Sekunde zu bewältigen hat, allein über die nervale und humorale Kommunikation nicht zu leisten wäre. Erst die naturwissenschaftliche Bestätigung von zwei zusätzlichen und grundlegenden Kommunikationsebenen, die in der empirischen Volksheilkunde und in der Geheimwissenschaft schon seit Jahrtausenden bekannt sind, hat den Blick stärker in die Richtung der archaischen (hypnotischen) Basiskommunikation gelenkt, wenn auch die konventionelle Medizin und die konventionelle Psychotherapie von ihrer praktischen Anwendung noch weit entfernt sind.

Eine dritte, von mir schon 1979 beschriebene zusätzliche Ebene wurde durch die neue geisteswissenschaftliche Disziplin der Spracharchäologie bestätigt.

Neben den oben genannten sind also drei weitere menschliche Kommunikationsebenen aktiv, die im Verborgenen, jedoch sehr viel weitreichender wirken, als die anderen. Sie laufen in der Regel unbewusst ab (sowohl beim Sender als auch beim Empfänger), können aber durch besonderes Training zum erheblichen Teil bewusst verwendbar gemacht werden (detaillierte Beschreibung im Großen Handbuch der Hypnose.)

Diese drei Ebenen sind:

Die besondere magische Benutzung des Wortes. Die Biophotonenkommunikation. Die nichtlokale (direkte) Kommunikation.

Alle drei Ebenen korrespondieren insofern zugleich auch mit hypnotischen Bewusstseinsebenen, als ihre Aktivierung mit einer Aktivierung entwicklungsgeschichtlich alter Bereiche des Nervensystems einhergeht. Sie eröffnen insofern den Zugang zu den ganzheitlichen, umfassenderen Kommunikationskanälen der archaischen Gehirnbereiche.

Die besondere Benutzung des Wortes ist gerade in unserer Zeit von hoher Bedeutung, sowohl in der zwischenmenschlichen Kommunikation, als auch in der Kommunikation mit sich selbst, also z. B. in der Formulierung der eigenen Gedanken, Wünsche und Vorsätze. Denn wir haben gelernt, unsere Sprache vor allem rational und abstrahiert zu verwenden. Wie wir aber wissen, sind die unbewussten Vorstellungen wirksamer als die bewussten Vorsätze. Ebenso sind die Botschaften, die das Unbewusste erreichen, wirksamer, als diejenigen, die sich nur an den rationalen Verstand wenden. Die hypnotisch wirksame Sprache muss deshalb den Regeln des Unbewussten angepasst sein (siehe Das große Handbuch der Hypnose. Rationale Sprache und rational formulierte Vorsätze können im Unbewussten oft das Gegenteil ihrer Absicht bewirken.

Die Biophotonenkommunikation läuft über Photonen, die von allen lebenden Zellen komplexer Organismen erzeugt werden. Sie übermittelt sowohl innerorganismische als auch zwischenmenschliche Botschaften. Z B. ist die Empfindung einer „sympathischen oder antipathischen Ausstrahlung“; eines Menschen vorwiegend das Resultat der unbewussten Biophotonenkommunikation. Auch in der sogenannten Geistheilung, der Heilung über Handauflegen, spielt sie eine große Rolle. Die Biophotonenkommunikation ist ebenfalls durch geeignete Übungen in Hypnose bis zu einem gewissen Grade bewusst erlernbar (Literatur: Werner J. Meinhold: Das große Handbuch der Hypnose; außerdem in: G. Condrau / W. Dogs / W.J. Meinhold (Hrsg.) Haut ganzheitlich verstehen und heilen, die Beiträge von W.J. Meinhold: Haut, Hand, Hypnose und Sprache als Mittler des Heilmagnetismus und von Fritz-Albert Popp/Weiping Mei: Die Haut als Lichtspeicherorgan – Ein Befund aus der Biophysik.

Die nichtlokale (direkte) Kommunikation (NK) ist allgemein unter der Bezeichnung Telepathie (griech. Fernfühlen) bekannt. Obwohl ihre Existenz immer wieder in Zweifel gezogen wird, ist sie seit vielen Jahrzehnten zweifelsfrei nachgewiesen. Ebenso ist ihre physikalische Parallele, die bereits von Einstein postulierte NK zwischen Quantensystemen, zwischenzeitlich nachgewiesen. Nichtlokal, also nicht örtlich abhängig, bedeutet physikalisch zugleich: nicht zeitlich abhängig. Die NK benötigt also keine Zeit. Allein diese Eigenheit revolutioniert das hergebrachte Verständnis der menschlichen Kommunikation ganz allgemein und der Grundlagen von Gesundheit und Krankheit insbesondere. Zusammen mit den Erkenntnissen der durch die Hypnologie erweiterten Tiefenpsychologie lassen sich hieraus äußerst weitreichende Konsequenzen für das praktische Verständnis und die Verbesserung der menschlichen Kommunikation herleiten, vor allem der konflikthaften Kommunikation. Im Alltag ist uns die NK vor allem durch die nichtlokale emotionale Beziehung zwischen Müttern und Kindern bekannt, wenn z. B. eine Mutter über die Entfernung hinweg fühlt, dass es ihrem Kind nicht gut geht. Zuweilen geschieht es auch, dass einem unvermittelt jemand einfällt, an den man seit langem nicht gedacht hatte, und im nächsten Augenblick klingelt das Telefon oder es trifft kurz darauf ein Brief von ihm ein. Vor allem in nahen Beziehungen können die Erkenntnisse über die Natur der NK und das Erlernen eines bewussteren Umgangs mit ihr von kaum zu überschätzendem Nutzen sein. Die Hypnose ist auch bei der NK der maßgeblich beteiligte Bewusstseinszustand (siehe: Das große Handbuch der Hypnose).

Abschließend soll noch ein besonderer Bereich menschlicher Kommunikation angeführt werden, der bisher noch nicht sehr gründlich erforscht ist, aber nach meiner Erfahrung gerade in nahen Beziehungen oft eine große Rolle spielt:

Die karmische Kommunikation

Karma (sanskrit: Wirkung) ist ein Begriff aus der Reinkarnationslehre (Wiederverkörperungslehre). Das Karma-Gesetz besagt, dass dem geistigen Ich eines Menschen alles Denken, Tun und Lassen eines Erdendaseins, insoweit es nicht in absichtsloser Liebe geschieht, so lange als Karma anhaftet, bis es seinen Ausgleich gefunden hat. Das geistige Ich verkörpert sich demnach immer wieder (reinkarniert) in aufeinander folgenden Existenzen, und es begegnet – in verschiedenen Beziehungen und Gestaltungen – all den Menschen aufs Neue, mit denen es ungelöstes Karma aus Vorinkarnationen verbindet. Solche karmische Beziehungsgrundlagen lassen sich z. B. vermuten, wenn man bei der ersten Begegnung mit einem Menschen den Eindruck hat, diesen schon seit Urzeiten zu kennen. Auch Konfliktbeziehungen mit dennoch tiefer Bindung haben zuweilen eine karmische Grundlage. In der heutigen Zeit kommt es auch immer öfter zu sogenannten deja vu-Erlebnissen, einem spontanen Wiedererkennen von Orten oder Personen in alten Zusammenhängen aus einer Vorinkarnation. Auch diese Erinnerungen und Kommunikationsebenen laufen über das hypnotische Bewusstsein, sei es spontan induziert, wie bei der spontanen nichtlokalen Kommunikation, oder bewusst herbeigeführt, wie bei der Reinkarnationstherapie. Naturgemäß unterliegen vermeintliche karmische Erinnerungen der Möglichkeit von unbewussten Selbsttäuschungen und können auch andere Quellen haben

(Literatur: Werner J. Meinhold: Der Wiederverkörperungsweg eines Menschen durch die Jahrtausende – Reinkarnationserfahrung in Hypnose; Werner J. Meinhold/Gion Condrau/Gerhard Langer (Hrsg.): Das menschliche Bewusstsein – Annäherungen an ein Phänomen).

 

Hypnose beim Lernen, im Beruf und im Management

Prüfungsängste sind in verschiedenen Spielarten die vermutlich größte Blockade im schulischen und beruflichen Fortkommen. Kaum jemand weiß jedoch, dass diese Ängste sozusagen in Hypnose stattfinden und dass daher viele Prüfungen sozusagen in Hypnose verfehlt werden. Denn die Prüfungsängste sind im limbischen System geprägt, das, wenn es dominant wird, die in der Großhirnrinde gespeicherten Lerninhalte blockiert (siehe: Das große Handbuch der Hypnose). Nicht nur direkt prüfungsbezogene Ängste sind es aber, die das schulische und berufliche Leben in vielen Formen überschatten, sondern es sind gewissermaßen viele Situationen mit einer meist unbewussten Prüfungssymbolik verbunden, die auch im alltäglichen Anforderungsbereich Ängste erzeugt und zu entsprechenden Leistungshemmungen führt.

So z. B. die Angst: den Lernstoff bzw. das Arbeitspensum nicht zu bewältigen; sich nicht gut konzentrieren zu können; den Stoff nicht gut aufnehmen zu können; den Stoff nicht ausreichend zu verstehen (dümmer zu sein als andere); den Stoff nicht gut merken zu können; den Stoff nicht gut abrufen (memorisieren) zu können; nicht gut rational denken zu können; nicht kreativ zu sein; nicht frei sprechen oder vortragen zu können (auch Lampenfieber; bei mangelnder Leistung nicht akzeptiert bzw. nicht geliebt zu werden.

Diese letztgenannte Angst ist eine Grundangst, die in der frühesten Kindheit geprägt wurde. Sie ist in unserer Kultur normotisch, d. h., sie stellt ein derart häufiges seelisches Problem dar, dass die meisten Menschen mehr oder weniger stark davon betroffen sind. Damit ist sie so normal, dass sie erst in schweren Erscheinungsformen auffällt.

Die Angst, bei mangelnder Leistung nicht geliebt zu werden, beruht auf der frühkindlich bzw. intrauterin übertragenen Anforderung, bestimmte elterliche Bedingungen erfüllen zu müssen, um akzeptiert zu sein. Idealerweise sollte das Kleinkind aber die Erfahrung des bedingungslosen Geliebtseins machen. Erst aus dieser Sicherheit kann das Kind und der spätere Erwachsene seine volle Leistung entfalten.

  1. Z. B. glauben die meisten Menschen, künstlerisch unbegabt zu sein. Tatsächlich aber wird diese Prägung in der frühesten Kindheit hypnotisch- suggestiv vermittelt, sowohl durch das Vorbild der Eltern, als auch durch indirekte Suggestionen (Einteilung der Menschen in Künstler und Kunstkonsumenten; Fernsehen der Kinder statt kreative Spiele; Kritik an ersten kreativen Betätigungen, wie Malereien der Kinder auf Tapeten usw.). Vielfältige Potentiale bleiben daher zeitlebens ungenutzt, weil sie sich die Betroffenen selbst nicht zutrauen. Sie unterdrücken ihre Begabungen, indem sie die beschränkenden Kindheitseinflüsse autosuggestiv fortführen.

Auch die allgemeine Lustlosigkeit (Null Bock) in Schule und Beruf hat ähnliche Quellen. Meist besteht eine unbewusste Leistungsangst mit der Drohung, bei Versagen noch mehr abgelehnt zu werden (bzw. sich selbst abzulehnen) als bei der Leistungsverweigerung, die die Illusion aufrecht erhält, man könne ja, wenn man wolle. Oft geht die Lustlosigkeit auch aus einer allgemeinen Depression hervor und wird von einer Sinnkrise begleitet.

In der tiefenpsychologischen Hypnose können entsprechende Ursachen erkannt und verarbeitet werden – in denselben tiefen Gehirnebenen, in denen sie geprägt worden waren. Die Motivation und das Selbstvertrauen steigern sich, Lern- und Leistungshemmungen werden beseitigt und die verschütteten Potentiale werden erschlossen. Lernen kann mit hoher Effektivität auch direkt in Hypnose bzw. in Selbsthypnose durchgeführt werden (siehe: Das große Handbuch der Hypnose). Die wohl wichtigste Möglichkeit der tiefenpsychologischen Hypnose in diesem Bereich liegt jedoch in der grundsätzlichen Klärung der Frage nach der Berufswahl. Da die Erziehung in unserer Kultur in der Regel mehr uniformierend als offen und fördernd verläuft und da oft direkt oder indirekt aufgedrängte Vorbilder die Berufswahl beeinflussen, besteht die Gefahr, dass der junge Mensch in einen ihm nicht gelegenen Berufsweg hineingedrängt wird. Er wird dann weder genügend Motivation verspüren, noch kann er seine speziellen Begabungen einsetzen. Die mit Hilfe der Hypnose mögliche berufliche Klärung und Entwicklung führt zu einem besseren Ruhen in sich selbst. Zusammen mit der Kenntnis der Bedingungen von Kommunikation und Beziehung (siehe auch unter 4.) ist dies die beste Voraussetzung zu erfolgreichen Mitarbeiterführung.

Im Management ist neben der Kenntnis der vorgenannten Bereiche zusätzlich von ausschlaggebender Bedeutung, das Wesen der hypnotischen Kommunikation und die tiefenpsychologischen Grundlagen der Interaktion zwischen Gruppensystemen zu beherrschen. In jeder Kommunikation wirken hypnotische und tiefenpsychologisch begründete Elemente sehr wesentlich am Prozess und am Ergebnis mit. Diese verbinden sich sowohl in der Mitarbeiterführung als auch in der Kommunikation innerhalb aller Subsysteme bis hin zum betriebswirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen und globalen Gesamtsystem zu einem nur über diese beiden Wege fundiert analysier- und steuerbaren Ganzen.

 

Hypnose in Sport und Kreativität

Sport und Kreativität haben drei große Gemeinsamkeiten: erstens die Bewegung, zweitens – in ihrer Reinform – die Zweckfreiheit, und drittens ist bei beiden das ganzheitliche hypnotische Bewusstsein stark beteiligt.

Bewegung und Kreativität

Während der Kreativität, ob sie sich nun seelisch-geistig, künstlerisch oder im Körperausdruck zeigt, immer eine innere Bewegungsfreiheit zu Grunde liegt, geht es im Sport vor allem um die Freiheit der äußeren Bewegung, wobei auch hier die Kreativität eine meist wichtige Voraussetzung ist, nicht nur in der Kür.

Beides, innere und äußere Bewegung, kommen in unserer Kultur vielfältig zu kurz, und es haben sich hieraus eigene Krankheitssyndrome bzw. Störungen entwickelt.

Die bekanntesten sind:

Aufmerksamkeitsdefizit- Syndrom (ADS), Hyperkinetisches Syndrom; (HKS; übersteigerter Bewegungsdrang), Mangel an Fantasie und Kreativität.

Nach meiner Ansicht sind jedoch nicht die Betroffenen (meist Kinder) krank, sondern es bestehen krankhafte bzw. krankmachende gesellschaftliche Normen, die insbesondere auch bei intelligenten und kraftvollen Kindern entsprechende Reaktionen provozieren.

Die wesentlichsten Medien für die bereits frühkindlich vollzogene Einschränkung, ja Verstümmelung des kindlichen Bewegungsraumes, sowohl des inneren als auch des äußeren, sind – nach dem Überstehen von Laufställen und ähnlichen gefängnisartigen Einrichtungen – Fernsehen und Computerspiele. Beide greifen auf eine archaische (und damit hypnotische) Prägung zurück: für die Lebensumstände und Schutzmechanismen des Urzeitmenschen war es von existentieller Wichtigkeit, bewegte Gestalten, wie Tiere, Menschen, Naturereignisse, schnell zu erfassen und zu beobachten, zu verfolgen usw. Diese Prägung ist uns über die Jahrtausende vererbt und ist auch heute noch teilweise lebenswichtig, wie z. B. im Straßenverkehr, und wird dort auch oft als sinnwidriger Urzeitreflex wirksam (z. B. bei gewagten Überholmanövern). Bewegte Objekte fesseln daher nach wie vor den Blick und lösen viele unbewusste seelische und körperliche Prozesse aus.

Bewegungsantworten vor dem Bildschirm sind aber wenig sinnvoll, da auf den Bildablauf wirkungslos. Dieser erfolgt fremdbestimmt und automatisch und ohne die Möglichkeit, eigene Fantasien zu entwickeln und zu erproben. Eingriffe sind nur beschränkt bei Computerspielen möglich, aber auch diese nur, um vorprogrammierte Pseudokreativität zu simulieren, um Effektivität innerhalb der vorgegebenen engen Rahmen zu stimulieren (wie später in der Schule), und nur mit Minimalbewegungen der Augen und Finger verbunden.

In der Schule fungiert jedoch weder der meist am Pult sitzende Lehrer als wesentliches Bewegungsmedium, noch dürfen es die in den Bänken sitzenden Kinder (außer beim zeitlich sehr kurzen Sportunterricht). Die durch Fernsehen und elektronische Spiele auf Bewegungskonsum trainierten Kinder haben es schwer, sich auf vergleichsweise reglosen Unterricht zu konzentrieren (ADS) und still zu sitzen (HKS). Zugleich bewirkt die elektronische Überfütterung, dass die Entwicklung der eigenen Kreativität und Ausdrucksfähigkeit blockiert wurde (Fantasie- und Kreativitätsmangel). Das Festhalten des Kindes in dieser oralen Überfütterung blockiert seine Fortentwicklung zur Reifungsphase (Kreativität) und analen Phase (Ausdruck). Wenn dann im Kindergarten, in der Vorschule oder in der Schule Kreativität gefordert wird, richtet sie sich meist auf einen Zweck hin: z. B. die Erfüllung einer bestimmten Aufgabe, eine gute Benotung usw. Es wird auf diese Weise ein analer Inhalt eingefordert und der ursprüngliche kreative Prozess übersprungen. Denn Zweckbestimmung ist dem eigentlichen Wesen der Kreativität fremd (siehe die tiefenpsychologische Phasenlehre in meinem Buch Krebs – eine mystifizierte Krankheit).

Auch im privaten Bereich geschieht Ähnliches. Die großen Freiräume werden knapper: offene Felder zum Spielen, Spielstraßen usw. sind kaum noch vorhanden, bzw. werden sie wegen der bequemen elektronischen virtuellen Konkurrenz, nur noch wenig genutzt.

Die Folge ist eine weitgehende Unterdrückung der Bewegung bereits in der frühesten Kindheit, wenn das Entwickeln und Bewegen des inneren und äußeren Freiheitsraumes zu den wesentlichsten Aufgaben des heranwachsenden Menschen gehörte.

Hypnose

Durch verschiedene archaische Reflexe erfolgt automatisch eine partielle Umschaltung in entwicklungs- geschichtlich alte Gehirnbereiche, also in einen hypnotischen Bewusstseinszustand. Fernsehen und Computerspiele fesseln durch das bewegte Bild und wirken zugleich als monotone Fixierung hypnotisch (siehe Das große Handbuch der Hypnose). Auch die Autoritätssituation wirkt hypnotisch, ob im Elternhaus in der Schule oder vor dem allmächtigen und allwissenden Fernseher. Ebenso hinterlassen alle frühkindlichen Entwicklungsstörungen (hier Blockierung in der oralen Phase), die Tendenz zur hypnotischen Übertragungsreaktion.

Andererseits hat die Hypnose auch für beide Bereiche viel zu bieten:

Bewegungshemmung und Kreativitätshemmung entstammen der frühkindlichen ersten Reifungsphase, die in natürlicher Kindheitshypnose durchlebt wird. Alle größeren Hemmnisse aus der frühen Kindheit können daher auch nur durch die tiefenpsychologische Arbeit in Hypnose beseitigt werden.

Auch die Förderung der Bewegungs- und Kreativitätsentwicklung kann am effektivsten in Hypnose erfolgen.

Die Hypnose (auch Selbsthypnose) ermöglicht einen vertieften und zugleich erweiterten Zugang zum künstlerischen Erleben und Tun. In Hypnose und Selbsthypnose (Autogenes Training) können durch mentale Übungen auch körperliche Leistungen sehr viel effektiver verbessert werden als allein durch die entsprechenden Leibesübungen.

Seelische Hindernisse beim Wettkampf können beseitigt werden.

Wenngleich sowohl in der Kreativität als auch im Sport die Zweckfreiheit eines der wichtigsten Gebote sein muss, wird dadurch die Leistung nicht vermindert, sondern sogar gefördert.

Schwere Bewegungs- und Kreativitätseinschränkungen in der frühen Kindheit können im späteren Leben zu schweren Erkrankungen führen, bis hin zum Krebs (s. o.). Die tiefenpsychologische Therapie in Hypnose kann solche Zusammenhänge aufdecken und ggf. verarbeiten.

Konsequenzen:

Für Elternhaus, Schule und Sportvereine, aber auch für Gesellschaft und Politik allgemein, ergeben sich aus diesen Zusammenhängen wichtige Konsequenzen und Aufgaben.

Ein wirklich humanistisches Menschenbild muss die Individualität jedes menschlichen Wesens berücksichtigen. Dazu gehört sein leiblicher und seelisch-geistiger Bewegungsraum. Jeder Mensch ist – anders als das Tier – künstlerisch kreativ veranlagt und sollte diese Anlage zur Entwicklung bringen, ebenso wie das Spielerisch-Körperliche im Sport.

Erste Reifungsphase des Kindes (Ende 1. Lj. bis 2. Lj.), in der die Bewegungsentwicklung (äußere und innere Freiheit) und die Kreativität ausgebildet werden, sollte in das Bewusstsein der Eltern gerückt werden, um günstige Bedingungen zu schaffen.

Der genügende innere und äußere Raum des Kindes muss von Anfang an vorhanden sein. Ein gesundes Kind sucht sich bereits gegen Ende des ersten Lebensjahres auch Zeit und Raum für sich.

Fernsehen und Computerspiele sollten im ersten Lebensjahrsiebt möglichst unterbleiben, und dann nur mit entsprechender Zeitbegrenzung langsam eingeführt werden.

Kindliche Spiele sollten weder zweckorientiert noch gewinnbetont sein (keine Vorschulspiele, keine Kriegsspielzeuge), sondern ein kreatives Miteinander fördern.

Der leistungsorientierte und auf vorgeschriebene Ziele hin gerichtete Unterricht sollte weitgehend durch einen individuellen Förderunterricht ersetzt werden, in dem das Gegeneinander des Notensystems wegfällt.

Die Bewegung in der Schule sollte gefördert werden, z. B. durch mehr Sportunterricht (ohne Benotung) und Bewegungsübungen während des Unterrichts.

Die kreativen Fächer in der Schule sollten gewichtiger sein (ohne Benotung). Das autogene Training (der Selbsthypnose) und die Meditation sollten Unterrichtsfach sein.

Sportvereine sollten sich wieder mehr des nicht leistungs- und wettbewerbsorientierten Breitensports annehmen.

Gegebenenfalls therapeutische Hilfe aufsuchen (integrative tiefenpsychologische Therapie in Hypnose).

 

Hypnose in der Therapie, H.I.T.T.®: Die Integrative Tiefenpsychologische Therapie in Hypnose

Die Verwendung der Hypnose im therapeutischen Bereich hat eine sehr lange Geschichte, vermutlich länger als die jedes andere therapeutischen Medium.

Sie wird bereits in den ältesten Schriftdokumenten der Menschheit erwähnt (siehe Das große Handbuch der Hypnose). Es bedurfte aber einer wissenschaftlichen Wiederentdeckung durch den deutschen Arzt und Theologen Mesmer Mesmerismus, 1775), um sie wieder verstärkt einzusetzen.

Seit der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebt die Therapie in Hypnose eine gewisse Renaissance, zum einen, weil die Grenzen und die Nachteile (z. B. Nebenwirkungen) sowie übergeordnete Langzeitprobleme (Erregerresistenzen) der physikalisch-chemischen Medizin sich immer deutlicher zeigen, zum anderen weil durch den Fortschritt der Forschung und der Verfahrensweisen auch die verschiedenen Formen der Therapie in Hypnose besser abgesichert sind.

Während früher die suggestiven Verfahren im Vordergrund standen, liegt die Zukunft dieser Therapiemöglichkeiten wohl vor allem im Zusammenwirken von Tiefenpsychologie und Hypnose. Genau genommen wirkt die Hypnose – meist unerkannt und unbewusst – bei jedweder Art von Behandlung mit, dann aber oft sogar negativ für den Patienten, wenn nämlich der Therapeut ihre Grundlagen und Möglichkeiten nicht kennt. Leider sind diese Grundlagen auch heute noch selbst unter Fachleuten wenig bekannt, obwohl in den letzten Jahren viele Forschungen die hohe Wirksamkeit der Hypnosetherapie, selbst bei schweren körperlichen Erkrankungen, nachgewiesen haben.

Oft wird die Hypnose als zudeckende Therapieform bezeichnet, womit gemeint ist, dass Störungen oder Erkrankungen durch Suggestionen überdeckt werden. Dies ist aber falsch, denn Hypnose bezeichnet zunächst lediglich einen Bewusstseinszustand, keine Therapieform. In Hypnose können die verschiedensten Formen von Therapie zur Anwendung gelangen, suggestive oder auch analytische, also die Krankheitsursachen aufdeckende. Gerade die analytischen, tiefenpsychologischen Möglichkeiten, die sich durch die Hypnose in der Therapie eröffnen, sind heute immer stärker im Kommen. Dies wird gut verständlich, wenn man berücksichtigt, dass die gesamte frühe Kindheit eine natürliche Dauerhypnose ist. Demnach werden alle frühkindlichen Erziehungsprägungen, die bei sehr vielen seelischen und körperlichen Erkrankungen ursächlich mitwirken, in Hypnose in die tiefen Seelenschichten eingeprägt. Sie können deshalb auch nur in Hypnose wieder aufgelöst bzw. verändert werden.

Die Psychoneuroimmunologie, die Wissenschaft von den seelischen Einflüssen auf die Funktion des menschlichen Nerven- und Immunsystems, hat viele dieser Wirkzusammenhänge nachgewiesen.

H.I.T.T.® – Die integrative tiefenpsychologische Therapie in Hypnose

Dieses eigenständige tiefenpsychologische Therapieverfahren wurde von W. J. Meinhold auf der Basis der großen tiefenpsychologischen Schulen, der neuesten Ergebnisse der tiefenpsychologischen Hypnoseforschung sowie unter Einbeziehung allgemeiner philosophischer und wissenschaftlicher Grundlagen entwickelt. Die H.I.T.T.® integriert Erkenntnisse aus folgenden Bereichen:

Schulenübergreifende Tiefenpsychologie und Psychoanalyse, peri- und pränatale Psychologie (überwiegend in Hypnose erforscht), besondere Bewußtseinszustände (insbesondere die verschiedenen Hypnosezustände), moderne Kommunikationspsychologie und -physiologie, moderne Gehirnforschung, Gestalttherapie sinnorientierte Geisteswissenschaft (im Gegensatz zu einer lediglich biologisch-funktionellen Ausrichtung)

Alle Bereiche werden in der H.I.T.T.® mittels präziser und konsequenter, tiefenpsychologisch fundierter Logik verbunden, die sowohl die rationale als auch die emotionale und die intuitive Ebene einschließt.

Die in der H.I.T.T.® auf diese Weise vereinigte Gesamtheit der relevanten Dimensionen eröffnet neue, sehr tiefgreifende intra- und transpersonale Einsichten, die sonst unzugänglich bleiben, und deren Nichtbeachtung ein verborgenes Hindernis für jedwede Therapie darstellen kann.

Dieselbe Erweiterung gilt auch für die therapeutischen Möglichkeiten, sowohl für seelische als auch für psychosomatische Krankheitsbilder, selbst bei schweren Erkrankungen.

Im Gegensatz zu der immer noch verbreiteten Vorstellung der Hypnose als zudeckendes (und suggestives) Therapieverfahren dient daher die H.I.T.T.® vorwiegend zur Erkenntnis und Integration zuvor verdrängter und konvertierter (verkehrter bzw. veränderter) Persönlichkeitsanteile.

In dieser aufdeckenden und aufarbeitenden Therapie erreicht der Patient in bewusster Hypnose seine Einsichten in die Zusammenhänge seiner Störung oder Erkrankung selbst.

Außerdem gelangt er selbst zu einem besseren Verständnis seiner eigenen Persönlichkeit und seiner Lebensgeschichte in einem erweiterten und sicheren therapeutischen Rahmen, und er findet auch selbst den ihm gemäßen therapeutischen Weg.

Der Hypnosezustand bewirkt zudem, dass alle wichtigen Schlüsselfaktoren nicht nur den Verstand erreichen, sondern auch die tiefen Schichten der Seele, die die Gefühle und die organischen Steuerungen beeinflussen und die während der frühkindlichen Prägung ebenfalls aktiviert waren. Aus diesem Weg entwickelt sich meist auch ein besserer Zugang zu einer übergeordneten Sinnebene, die mehr Freude und Erfüllung in das Leben bringt.

In dem Maße, wie eine Heilung (im Sinne von Ganzwerdung) zur Gesamtpersönlichkeit hin stattfinden kann, werden die krankhaften Ausdrucksformen der unterdrückten Persönlichkeitsanteile und Lebensinteressen überflüssig und in gesunde Formen und Bereiche überführt.

Die Indikationsbereiche sind dementsprechend sehr weit gesteckt und nur selten durch besondere Bedingungen des Einzelfalles eingeschränkt. Nahezu alle seelischen und körperlichen Störungen oder Erkrankungen können als Indikationen gelten.

Bei vielen Erkrankungen ist die H.I.T.T.® das Therapieverfahren der Wahl (siehe Das große Handbuch der Hypnose oder Psychotherapie und Hypnose;). Der große Erfolg der H.I.T.T.® hat dazu geführt, dass seit April 2000 ein eigener Universitätslehrstuhl für dieses Verfahren an der amerikanischen Elite-Universität USFQ (Universidad San Francisco de Quito) eingerichtet wurde.

H.I.T.T.® = registered trademark, eingetragenes Markenzeichen von Werner J. Meinhold

 

Hypnose in der Parapsychologie

Die Parapsychologie (Neben-Psychologie) befasst sich mit den sogenannten PSI-Phänomenen (PSI = para-sensitive-influence), also Einflüssen neben der bekannten Kommunikation über die Sinne). Auch die mit der üblichen Physik nicht erklärbaren Phänomene von Wechselwirkungen zwischen menschlichem Geist und unbelebter Materie fallen in diesen Bereich. Parapsychologische Forschungen werden weltweit an vielen Universitäten und Institutionen betrieben, z. T. öffentlich, wie z. B. an den Universitäten Freiburg und Utrecht, z. T. geheim. Das wohl am besten untersuchte und belegte parapsychologische Phänomen ist die Telepathie, die direkte psychische Kommunikation zwischen lebenden Menschen, unabhängig von Raum und Zeit.

Die meisten Menschen haben schon selbst telepathische Erfahrungen gemacht, wenn man z. B. plötzlich an einen Menschen denkt und im selben Moment klingelt das Telefon, und er ruft unerwartet an. Vor allem zwischen Kindern und Eltern, zwischen Liebespaaren und sonst Nahestehenden läuft diese Kommunikation spontan. Die übermittelten Inhalte sind meist keine rational-exakten, komplexen Botschaften, sondern eher elementarer und emotionaler Art.

Telepathische Kommunikation ist auch dann oft unterschwellig beteiligt, wenn sie nicht bemerkt wird, nämlich in allen emotionalen Beziehungen (auch bei negativen Emotionen), kommt es zur unbewussten telepathischen Gefühlsübertragung. So kann z. B. eine starke Prüfungsangst telepathisch auf den Prüfer übertragen werden und löst dann auch bei diesem Angst und Abwehrverhalten gegenüber dem Prüfling aus.

Die telepathische Kommunikation sowie die anderen PSI-Phänomene (Hellsehen, Psychokinese usw.) haben allem Anschein nach entwicklungsgeschichtlich alte Gehirnbereiche als Korrespondenzorgane (z. B. Glandula pinealis) und fallen damit unter die hypnotischen Bewusstseinsebenen. Dies zeigt sich auch darin, dass spontane telepathische Botschaften meist in psychischen Ruhesituationen (leichtes Hypnoid) wahrgenommen werden, während sie vom Kommunikationspartner oft in einem psychischen Ausnahmezustand (z. B. Schrecksituation bei Unfall) gesendet werden (da die telepathische Kommunikation zeitgleich wechselwirkt, kann man streng genommen nicht von Sender und Empfänger sprechen).

Der praktische Wert, mit dieser Art der Kommunikation besser umgehen zu lernen, ist unschätzbar hoch. Es entwickelt sich eine erhöhte Sensitivität für Ahnungen, deren Wahrnehmung und Beachtung lebenswichtig sein kann. Auch im allgemeinen Umgang mit Menschen kann die unbewusste Kommunikation sehr viel besser gespürt und beeinflusst werden. Wohl zu Recht wird der Anteil der unbewussten Kommunikation am zustande Kommen des Kommunikationsergebnisses etwa 3-mal höher eingeschätzt, als der der bewussten. Insbesondere zusammen mit den Kenntnissen über die tiefenpsychologischen Grundregeln der hypnotischen Kommunikation kann der verbesserte Zugang zur telepathischen Kommunikation Wunder wirken.

 

Hypnose in der Forensik

Im gerichtlichen (forensischen) und juristischen Bereich gilt die Hypnose in Deutschland nicht als Sonderzustand mit verminderter Zurechnungsfähigkeit und daher auch nicht als strafmindernder Umstand, ebenso darf sie nicht zur Aufdeckung von Straftaten eingesetzt werden (dies ist in den USA anders). Wohl aber gilt die Durchführung einer Hypnose ohne ausdrückliches Einverständnis des Betroffenen als Körperverletzung. Schon diese kontroversen Sachverhalte zeigen das Dilemma, in dem sich die Rechtsprechung befindet. Würde die Hypnose als Sonderzustand anerkannt, würde sich mit gewissem Recht jeder Mörder, ob privat oder im Krieg, darauf berufen können. Dann wäre es kaum möglich, die Öffentlichkeit vor solchen Tätern anders als durch psychiatrische Sicherungsverwahrung zu schützen. Mit demselben Recht müsste dann aber der größte Teil der Bevölkerung ebenfalls der Sicherungsverwahrung überstellt werden, da beim Vorliegen gewisser Umstände, die archaische Programme abrufen, fast jedermann ein potentieller Täter wäre.

Neben den Fragen, inwieweit Zeugenaussagen in Hypnose glaubhaft und sinnvoll sind, und ob die Hypnose als Zustand mit verminderter Zurechnungsfähigkeit gelten kann, sei es als Täter und/oder als Opfer, stellen sich also zwei weitere, vermutlich sehr viel wichtigere Fragen: Was kann getan werden, um allgemein in der Bevölkerung, besonders aber bei Politikern und anderen Entscheidungsträgern und Multiplikatoren, die Gefahr des unbewussten Einrastens in archaische und neurotische bzw. normotische Programme mit Beteiligung hypnotischer Bewusstseinslagen, wie Feindverhalten und pathologische Verdrängungen und Konversionen gesunder Grundtriebe zu vermindern? Was kann mit Hilfe der tiefenpsychologischen Hypnose für die Heilung der Täter und damit für den Schutz der Öffentlichkeit getan werden?

Beide Fragen verdienten m. E. eine sehr offene und gründliche Diskussion. Aufgrund meiner Erfahrungen gehe ich davon aus, dass hier eines der wichtigsten Anwendungsfelder der tiefenpsychologischen Hypnose liegen könnte.

Entsprechend ausgebildete Juristen und Sachverständige, sowie forensische Therapeuten, könnten die übliche, auch für die Straftatverhütung nicht sehr wirkungsvolle Vorgehensweise elementar verbessern. Aus dem unter 7. (HYPNOSE in der Therapie, H.I.T.T.®: Die Integrative Tiefenpsychologische Therapie in Hypnose) Angeführten geht hervor, dass mit entsprechenden Maßnahmen zugleich eine wirksame Gesundheitsvorsorge und ethische Grundbildung gefördert würde.